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Dichter . E/F . Adolf Frey



Weihnachtstännchen

Adolf Frey

Ich lausche hoch von Wälderwarten
Hinab ins schlummerschwere Feld:
Ersprossen ist der Sternengarten
Und überblüht die dunkle Welt.
Es dämmert tief am Haldensteige,
Von grauen Kronen überdacht,
Ein Landhaus träumerisch in die Nacht.
Aus schmalem Erkerfenster flirrt
Der Ampelschein und wirrt
Goldfäden in die kahlen Zweige.
Du sitzest dort im Ampellicht,
Und Sehnsucht träumt dein Angesicht.

Ein schlankes Tännchen steht
Vor mir am Berggrat reifbesät.
Die glühen Himmelssterne blitzen
Um seine schwarzen Zackenspitzen.
Die sternflutberieselten Wege,
Die schattenumspülten Stege
Trag ich's aus der Bergwaldklause
Zu deinem stillen Hause
Die schlafenden Wiesen dahin.
Du siehst mit seligen Blicken
Die Zweige schimmern und nicken -
Dir hangen die Sterne des Himmels darin!





Texte, Weihnachten: "Weihnachtstännchen"






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