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Dichter . A/B . Bertha Brandt



Weihnachtsplauderei

Bertha Brandt

Erstes Kind.

Der Weihnachtsmann! der Weihnachtsmann?
Der kommt mit Sack und Pack jetzt an,
Er klappert mit den Nüssen schon,
Das ist der schöne Weihnachtston.
Der Weihnachtsmann hat auch bestimmt,
Für Groß und Klein, für jedes Kind
Ein Herz von Zucker, groß und weich,
Mit Sprüchlein fromm und segensreich.

Und schöne Gaben noch viel mehr
Bringt uns der Weihnachtsmann hierher.
Und was er alles uns beschert,
Das halten wir auch immer wert,
Damit, wenn wir einst nicht mehr Kind,
Noch reich an schönen Gaben sind.
Dann machen wir in später Zeit
Noch Andern damit große Freud'."

Zweites Kind.

"Ich sah den Weihnachtsmann im Traum
Mit einem großen Tannenbaum,
Am Baume hing gar Mancherlei,
Viel Nützliches war auch dabei.

Ich und noch and're Kinder mehr,
Wir drängten um den Baum uns sehr,
Um alle Sachen anzuseh'n.
Nur ein Kind blieb von ferne steh'n.

Und bald erriet der Weihnachtsmann,
Was jedes Kind wohl freuen kann,
Vom Baume nahm er dann geschwind
Drei Dinge ab für jedes Kind.

Mir reichte er ein Bilderbuch,
Ein goldnes Kreuz, ein buntes Tuch,
Und als er Alle so beschenkt,
Da stand das letzte Kind gekränkt.

Der Weihnachtsbaum war kahl und leer,
Für's arme Kind, da war nichts mehr,
Das Kind hob bittend seine Hand,
Jedoch der Weihnachtsmann verschwand.

Das arme Kind, - es that mir leid, -
Ich sah, es fror, es trug kein Kleid, -
Da legte ich mein Tuch ihm an,
Bot ihm zur Freud' mein Kreuzchen dann.

Doch traurig blieb des Kind's Gesicht,
Es sprach: "Dein Kreuz, das nützt mir nicht.
Bei mir zu Hause fehlt's an Brot,
Die Mutter krank, der Vater tot."

Zum Bäcker ging ich schnell allein,
Tauscht' gegen Brot mein Kreuzchen ein,
Bald war ich mit dem Brot auch da -
Jedoch das Kind ich nicht mehr sah.

Seit ich aus diesem Traum erwacht,
Hab' ich nur an das Kind gedacht.
Nun will ich nichts vom Weihnachtsmann,
Vielleicht giebt er's den Armen dann."

Das Kinderherz, so schwach und klein,
Ein Christentum schließt's in sich ein.
Du armes Herz, Du thust mir leid,
Du kommst mit Deinem Schatz nicht weit.
Sie reißen Dir das Beste aus
Und blutend kommst Du dann nach Haus.



Verse zur Weihnacht: "Weihnachtsplauderei"






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