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Dichter . H . Hermann Hango



Weihenacht

Hermann Hango

Auf Erden liegt der tiefe Schnee
Blauweiß im Mondenschein,
Es liegen voller Sorg' und Weh
Die niedern Hütten klein.

Und doch! Aus jeder Hütte strahlt
In dieser Nacht ein Glanz,
Ein mildes Leuchten voll Gewalt,
Ein kleiner Sternenkranz.

Und zählst du diese Sterne all,
Soweit die Wölbung reicht,
Und wo in sanftem Niederfall
Der Berg zur Eb'ne streicht;

Und wo die großen Städte stehn,
Die Häuser, eng im Raum,
Die Menschen keinen Himmel sehn,
Viel eher Schlot als Baum;

Du findest doch in dieser Nacht:
Unzählbar ist das Heer,
Das bei den kleinen Lichtern wacht,
Dem großen Licht zur Ehr'!

Du fühlest, eine Treue lebt
Im Moor- und Straßendampf,
Die voraus zu dem Siege schwebt,
Der winket unserm Kampf;

Zum Siege, ob er herrlich ist,
Ob nur dem Seist bewußt:
Ich hab' getan zu meiner Frist,
Was mächtig meine Brust.

Ob allem schwebt die Weihenacht,
Die ohne Worte spricht,
Allein mit ihrer Weihe Macht:
Vertrauet meinem Licht!



Dichtungen Weihnachten: "Weihenacht"






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