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Große
Freude
Ernst Heinrich Fischer
Freude, große Freude, in der heil'gen Nacht
Haben aus dem Himmel Engel sie gebracht;
Freude, große Freude kehrt jetzt bei uns ein,
Draußen klopft sie leise, laßt sie schnell herein!
Laßt sie ein, ihr Armen, denn sie macht euch reich,
Auch ein hartes Lager macht die Freude weich,
Und die engste Hütte macht sie hell und weit,
Macht ein hären Hemde uns zum Feierkleid.
Und ihr Hochbetrübten, die seit langer Zeit
Ihr in eurem Schmerze wie begraben seid,
Die vor allem Kummer ihr schon nicht mehr wißt,
Ob es Nacht, ob Morgen wieder worden ist:
Freude, große Freude zieht jetzt durch das Land,
Aber euch vor allen hat sie Gott gesandt,
Euer Herz soll schmecken ihren süßen Schein,
Hört, schon klopft sie leise, laßt, o laßt sie ein.
Auch wo eine Seele um ihr Leben ringt,
Und aus mattem Herzen banges Seufzen dringt,
Wo die Schuld der Sünde uns vor Gott verklagt
Und wir schon verzweifeln, weil es nirgend tagt:
Da, auch da klopft Freude, große Freude an,
Denn es ist erschienen, der uns trösten kann;
Jesus ist gekommen, Jesus, der uns liebt,
Der die Sünde sühnet und die Schuld vergiebt.
Freude, große Freude haben in der Nacht
Aus dem off'nen Himmel Engel uns gebracht,
Und in jedes Dunkel wirft sie ihren Schein,
Horch, schon klopft sie draußen, laßt die Freude ein!
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