|
Für
ein dunkles Stübchen am Weihnachtsabend
Dora Naumann
Seid nur getrost, das Weihnachtslicht
Scheint hell in jedes Angesicht
Und der ins arme Kripplein kam,
Auch Trost für euch mit nieder nahm.
Der Christbaum wohl am hellsten flammt,
Der mitten aus dem Kreuze stammt.
Da schweben Engel im Gezweig,
Da ist der Baum an Früchten reich.
Dein Lebensbaum, du Gotteskind,
Auch Wachstum aus dem Kreuz gewinnt.
Was in dem Kreuze Wurzel schlägt,
Auch Früchte für den Himmel trägt,
Da schweben dann im Engelreih'n
Geduld und Liebe in dein Sein,
Der Friede sanfte Flügel hebt,
Die Hoffnung lichte Bänder webt
Und Glaube, der den Sieg erlangt,
Als Krönlein hoch im Baume prangt.
So sei zur stillen heil'gen Nacht
Solch Wunderbäumchen euch entfacht,
Die ihr zur schönsten, liebsten Zeit
Vom Schmerze angefochten seid.
Wollt froh gewiß zum Himmel seh'n,
Wo Sterne der Verheißung steh'n,
Denn nasse Augen leidet nicht
Der Weihnacht himmlisch Wunderlicht.
|