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Christnacht
Dora Naumann
Blieb Gold im Erdendunkel hangen
Vom Wunderstern der Hirtenflur?
Sind Engel durch den Wald gegangen,
Fromm folgend jener lichten Spur?
Ja, Liebe hat zur heil'gen Nacht
Solch' Glänzen in die Welt gebracht.
Goldfunken sind zurückgeblieben,
In Haus und Hütten rings verstreut,
Im Tannengrün steht's hell geschrieben,
Welch' selig Glück die Weihnacht beut.
D'rum flammt es auf im engsten Raum,
D'rum glänzt so fromm der Hoffnungsbaum.
Und was die Engel einst gesungen
Als Wiegenlied dem Himmelskind,
Tönt fort in aller Völker Zungen,
Und wo zur Weihnacht Thränen sind,
Deckt Engelhand die Wunden zu,
Wiegt's müde Herz in heil'ge Ruh.
Horcht, in das himmlische Frohlocken
Tönt frommer, froher Kindersang,
Und Friede läuten alle Glocken
Von Turm zu Turm, von Hang zu Hang.
So feierlich die Tannen stehn,
Als wollten sie das Christkind sehn.
Komm heil'ge Nacht, du Gottgesandte,
Mit deinen Friedensmelodien,
Wollst mit der Liebe Sternenbande
Uns näher zu dem Himmel ziehn,
Zu unvergänglich hohem Glück
An's große Vaterherz zurück!
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