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Bethlehem
Dora Naumann
O Bethlehem, du sanfte Weide,
Christnacht, du heil'ge Wundernacht,
Licht an der dunklen Wegesscheide,
Wie selig mich dein Schimmern macht!
Ich darf der Engel Botschaft lauschen,
Die große Freude gilt auch mir;
Durch alle Himmel hör' ich's rauschen:
"Der Heiland kommt, er naht auch dir!"
Nun seh' ich ob der Erde Dunkel
Den Wunderstern "Erlösung" stehn;
Darf wie ein Kind durch's Glanzgefunkel
Der Christnacht in den Himmel sehn.
Nun weiß ich, wo den Frieden holen:
Zum Hirtenhause geht der Lauf;
An deiner Gnade heil'gen Polen
Schlag' ich mein Zelt zum Bleiben auf.
Mag alle Welt in stolzem Wähnen
Das gottgeschenkte Heil verschmähn,
Ich will mich an dein Kripplein lehnen,
Kann nirgends bess're Hilfe sehn.
Ich halte mich am Holz des Lebens,
Das neben deiner Krippe ragt,
Da, Heiland, hab' ich nie vergebens
Auf deinen Namen es gewagt.
Von deiner Liebe will ich sagen,
Bis ich zur Weihnacht droben geh'.
Dich will ich treu im Herzen tragen,
Bis ich dir dort in's Antlitz seh'! -
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