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Dichter . O/P/Q . Georg Oertel



Bei meinem Kinde am Weihnachtsabend

Georg Oertel

(1896.)

Nun wird es still auf Erden,
Sein Treiben ließ der Wind. -
Christabend will es werden,
Mein liebes, liebes Kind.

Hörst du die Glocken von ferne,
So mild, so wunderbar?
Siehst du, wie am Himmel die Sterne
Erwachen glitzernd und klar?

Wie deine Augen spähen,
So tief, so groß, so weit! -
Du möchtest das Christkind sehen
In seinem silbernen Kleid?

Das wallet leise, ganz leise,
Sein Gang ist leicht und licht, -
Verborgen ist seine Reise,
Die Menschen sehen es nicht.

Und dennoch kommt es gegangen
In alle Häuser hinein,
Von seinem Kleide hangen
Bleibt Gold und schimmernder Schein.

Auch dir entzündet's die Kerzen
Und füllt mit Gaben den Schrein,
Und will von deinem Herzen
Gesucht, geliebt nur sein.

O, gieb ihm Lieb' um Liebe,
Kein Herz ist seinem gleich; -
Und wenn dir gar nichts bliebe,
Das Christkind macht dich reich. -

Jetzt wird's ganz dunkel auf Erden, -
Bald kommt dein Sehnen zur Ruh! -
Ich wollt, ich könnte werden
Zu Weihnacht, mein Kind, wie du.



Advents-Reim: "Bei meinem Kinde am Weihnachtsabend"






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Advents-Reim: "Bei meinem Kinde am Weihnachtsabend" von Georg Oertel