|
Auf
Glaubens Flügeln laßt uns eilen
Dora Naumann
Auf Glaubens Flügeln laßt uns eilen
Nach Bethlehem und fröhlich sein.
Wo könnten wir auch lieber weilen,
Als in der Gnade mildem Schein,
Die sich vom Himmel niederließ
Und Bahnen uns zum Himmel wies!
An Jesu Krippe welch ein Lieben,
Das alle Schulden auf sich nahm!
O, sind wir immer treu geblieben,
Ihm, der uns zu erlösen kam?
Was haben wir dir Herr gebracht
Für deine heiße Kreuzeswacht?
Die alte Schuld, die alte Sünde,
Die mich aus deinem Frieden trieb!
Für Liebe, die ich nie ergründe,
Die immer mir zur Seite blieb,
Kleinglauben, der dir nicht vertraut,
Auf's eigne, stolze Ich gebaut!
Doch soll auch uns die Freude gelten,
Die allem Volke widerfuhr.
Doch tönt auch mir aus lichten Zelten
Der Ruf zu deiner Hirtenflur,
Drum eh' mir winkt Jerusalem,
Such' ich die Freistatt: Bethlehem.
Du Licht der Welt, in deinem Schimmer
Will ich gewisse Schritte thun.
Du A und O, nun kann ich immer
Auf sich'rem Felsengrunde ruhn.
Und ist durch dich der Himmel mein,
Was sollte ich noch traurig sein?
|